| |
Bt-Toxin:
In den Unterlagen betont Novartis, das von den Pflanzen
produzierte Bt-Toxin sei völlig harmlos. Bt-Bakterien würden schon
jahrzehntelang in der Landwirtschaft als verträgliches Insektizid
eingesetzt. Die Firma verschweigt aber, dass das Toxin, das die Pflanze
herstellt, sich in wesentlichen Merkmalen vom Toxin unterscheidet, das die
Bakterien herstellen. Der Molekularbiologe Günter Stotzky und sein Team
einer Universität von New York stellten fest, dass das Toxin der
manipulierten Pflanzen in gewissen Lehmböden viel länger aktiv im
Boden verweilen kann als das Toxin der Bt-Bakterien. Sein Team fand das Gift
noch 9 Monate nach Einbringen in den Boden in seiner aktiven Form vor. Die
Forscher vermuten, dass das Pflanzengift wegen bestimmter Eigenschaften auch
eine ganze Reihe verschiedener Bodenlebewesen wie Bodenwürmer, Insekten und
Schnecken schädigen kann. Wenn nun der Gentech-Mais in Monokulturen
über riesige Flächen angebaut wird, dann werden im Boden grosse Mengen
dieses Bt-Toxins gespeichert, mit eventuell dramatischen Auswirkungen auf die
Bodenlebewesen. Untersucht werden kann dies vorläufig nicht mehr, denn
Stotzky musste alle seine Versuche abbrechen, weil sich die Industrie weigert,
ihm genmanipulierte Pflanzen zur Verfügung zu stellen. Sie kann dies tun,
da die Bt-Pflanzen alle patentiert sind.
Resistenzprobleme:
Viele Forscher und Forscherinnen befürchten, dass
der Maiszünsler in sehr kurzer Zeit Resistenzen gegen Bt-Toxine entwickelt.
Dann wäre auch ein im Biolandbau oft verwendetes Insektizid, Präparate
aus Bt-Bakterien, zunichte gemacht.
4.3 Heutiger
Stand in der Schweiz: GVO-Mais
Gentech-Freisetzungsversuche mit Mais und Kartoffeln
abgelehnt
Das Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft
(BUWAL) hat erstmals einen Entscheid über die Freisetzung gentechnisch
veränderter Organismen gefällt. Es hat sowohl das Gesuch für
einen Versuch mit T25-Mais in Oftringen als auch das Gesuch der
Eidgenössischen Forschungsanstalt für Pflanzenbau in Changins (RAC)
für transgene Kartoffeln abgelehnt. Nach Ansicht des BUWAL ist die
Unbedenklichkeit für Mensch und Umwelt nicht genügend belegt.
Das Gesuch aus Oftringen
Die Firma Plüss-Staufer AG plante, an zwei
Standorten in der Gemeinde Oftringen transgenen Mais zu Versuchszwecken
freizusetzen. Ziel des Versuchs war die Prüfung der Wirksamkeit des
Herbizids Glufosinat auf T25-Mais. Der Versuch wurde vom Bundesamt für
Landwirtschaft als Voraussetzung für eine Zulassung des Herbizids verlangt.
Bei der Beurteilung des transgenen Maises der
Plüss-Staufer AG ist das Hauptproblem der Pollenflug, der mit technischen
Massnahmen zwar vermindert, aber nicht ausgeschlossen werden kann. Gelangen
Pollen der T25-Maispflanzen auf ein anderes Maisfeld mit herkömmlichem
Mais, so entstehen dort bei einer Befruchtung wiederum Maiskörner, die
gentechnisch verändert sind.
|
| |
|
|