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Keine Auskreuzung mit
Wildpflanzen
Eine Übertragung der Gene des Bt-Maises auf eine
andere Pflanzenart ist nicht gegeben, weil Maispollen ausschliesslich Mais
befruchten können. Der Bt-Mais kann sich in Nordamerika und Europa, wo er
angeboten wird, auch nicht mit verwandten Wildpflanzen kreuzen. Denn verwandte
Wildpflanzen des Maises gibt es nur noch in wenigen Gegenden Mexikos und
Guatemalas.
4.2 Nachteile / Gefahren des BT-MaisDarstellung von: Florianne Koechlin, Freiberufliche
Biologin im Bereich Gentechnik und Mit-Initiantin der
Gen-Schutz-Initiative
Bt-Mais von Novartis und die
Risiken:
Heute ist der Bt-Mais auf dem europäischen Markt
zugelassen - trotz massivem Widerstand einer grossen Mehrheit. 14 von 15
EU-Ländern wollen den Mais nicht zulassen (Juni 1996) und das EU-Parlament
verlangt mit einer überwältigenden Mehrheit von 407 gegen 2 Stimmen
und 19 Enthaltungen einen sofortigen Importstopp für den Gentech-Mais, da
die Risiken ungenügend abgeklärt seien
(9. April 1997). Die EU-Kommission (Exekutive), alleinig zuständig für die Bewilligung, setzt sich über alle Bedenken hinweg. Österreich zum Beispiel hat daraufhin einen Importstop für den Bt-Mais verhängt. Es bestehen folgende Befürchtungen: Antibiotikaresistenz:
Es ist nicht auszuschliessen, dass die
Antibiotikaresistenz-Gene des Bt-Maises auf Bakterien übertragen werden.
Wenn solche Bakterien dann im Darm auf menschliche oder tierische
Krankheitserreger stossen, können sie ihr Gen für Antibiotikaresistenz
weitergeben. Dann würden Krankheitserreger immun gegen bestimmte
Antibiotika. Aus medizinisch leicht zu bekämpfenden würden schwer
heilbare Krankheiten entstehen. Das Antibiotikum Ampicillin zählt zu den
Aminopenicillinen, die z.B. bei Diphtherie, Scharlach,
Hirnhautentzündungen, Lungenentzündungen, Atemwegsinfektionen und
Harnwegsinfektionen eingesetzt werden. Mit dem Genmais könnte das
Ampicillin seine Wirkung verlieren. Weiter wird befürchtet, dass die
Resistenz-Gene der manipulierten Pflanzen auch Kreuzresistenzen gegen andere
Antibiotika, zum Beispiel aus der Gruppe der Penizilline, hervorrufen
können.
Allergie:
Die Fremd-Gene und ihre Expressionsprodukte sind in
allen Zellen der manipulierten Pflanze präsent. Beim Verzehr kommt der
menschliche Körper erstmals mit diesen Proteinen in Kontakt. Dies
könnte besonders für allergieempfindliche Menschen zu einem Problem
werden, da neue Proteine immer auch potentiell neue Allergene mit unbekanntem
Risiko sind.
"Pleiotrope Effekte":
Bei einer Genmanipulation werden die Fremd-Gene ziellos
ins Erbgut einer Pflanze eingebracht. Die Erfolgsrate ist circa 1:100’000.
Deshalb werden zur Selektion Marker-Gene eingesetzt. Im Falle vom Mais das
Antibiotikaresistenz- und das Herbizidresistenz-Gen. Es ist nicht steuerbar, wo
die Gene hinkommen, welche Nachbarschaftsbeziehungen gestört werden.
"Verrückte" Gene können unerwartete Eigenschaftsänderungen
bewirken (pleiotrope Effekte) und z.B. neue Stoffwechselvorgänge
"anschalten".
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