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Mais

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3.3.3 Geschichte

Mais stammt vermutlich aus Mittelamerika und war vor Ankunft der Europäer viele Jahrhunderte lang das wichtigste Getreide dieser Region. Der Ursprung des kultivierten Maises ist nach wie vor ein Rätsel, da Mais nur als Kulturform bekannt ist. Es gibt schlüssige Hinweise aus archäologischen Entdeckungen, dass Zuchtmais im Südwesten der USA seit mindestens 3000 Jahren existiert. Noch vor kurzem ging man davon aus, dass Wildmais vor ungefähr 7000 Jahren im Tehuacán-Tal in Südmexiko erstmals kultiviert wurde. Neuere Hinweise legen für das erste Auftreten von Kulturmais in dieser Region jedoch einen viel späteren Zeitpunkt fest, nämlich vor etwa 4600 Jahren. Die Entstehung wird jedenfalls in Zentralmexiko vermutet, von wo aus sich der Mais relativ rasch zu anderen Indianerstämmen in Zentral-, Süd- und Nordamerika ausbreitete. Bei den Indianerstämmen in Mittelamerika und Mexiko sowie im Südwesten der USA stellte Mais ein Grundnahrungsmittel dar und spielte dementsprechend auch eine wichtige Rolle in deren Mythologie. In Südamerika blieb seine Verwendung dagegen besonderen Gelegenheiten und Ritualen vorbehalten.
Als einer der Vorfahren des Maises wird die „Teosinte“ vermutet, ein in Mexiko beheimatetes, ebenfalls einjähriges Süssgras. Vielleicht entstand durch Kreuzung der Teosinte mit einer ausgestorbenen Art der erste Wildmais, aus dem der Kulturmais durch Züchtung und Auslese hervorging. Genaue Klärung erhofft man sich durch genetische Analysen. Nach Europa gelangte der Kulturmais Anfang des 15. Jahrhunderts von den Westindischen Inseln aus durch die Spanier. In der Alten Welt stellte er zunächst eine exotische Zierpflanze dar, ähnlich wie zum Beispiel auch die ebenfalls aus Amerika eingeführte Tomate und die Kartoffel. Als Getreide wurde er dagegen erst im 17. Jahrhundert angebaut.

3.3.4 Sorten

Die zahlreichen Maissorten, die es mittlerweile gibt, haben äusserst unterschiedliche Kennzeichen. Einige Varianten reifen innerhalb von zwei Monaten, andere brauchen dazu elf Monate. Die Farbe der Blätter variiert von hell- bis dunkelgrün, und kann durch braune, rote oder purpurfarbene Farbstoffe abgewandelt sein. Die Länge der reifen Kolben reicht von weniger als siebeneinhalb Zentimetern bis immerhin 50 Zentimetern. Die Anzahl der Kernreihen kann 8 bis 36 oder sogar noch mehr betragen. Anhand der Merkmale der Körner kann man sechs (wenn man den „Pferdemais“ dazuzählt sieben) Hauptgruppen von Maissorten unterscheiden:
Der „Zahn- oder Pferdezahnmais“ ist die überwiegend auf amerikanischen Farmen angebaute Maisvariante. Die Seiten dieser Körner bestehen aus harter, horniger Stärke, dem so genannten hornigen Endosperm. In der Mitte liegt weiches, mehlartiges Endosperm (Nährgewebe). Wenn das Korn heranreift, schrumpft dieses weiche Endosperm und bildet den charakteristischen Zahn.
Bei „Hart- oder Steinmais“ reicht das harte Endosperm bis über die Oberseite des Kornes, so dass sich kein Zahn ausbildet. Manche Hartmaissorten, die zu denselben Zwecken Verwendung finden wie Zahnmais, werden in kalten Klimaten bevorzugt, weil sie auch bei niedrigen Temperaturen zu keimen vermögen, und in tropischen Gebieten, weil sie resistent gegen Angriffe von Rüsselkäfern sind.
Puffmais“ ist eine Variante des Hartmaises mit kleinen, besonders harten Körnern. Beim Erhitzen dehnt sich die Feuchtigkeit im Inneren der Körner aus und führt dazu, dass diese aufplatzen; aus diesem Mais lässt sich das bekannte „Popcorn“ herstellen.
Stärke- oder Weichmais“ enthält überwiegend weiches oder weniger dicht gepacktes Endosperm und lässt sich leicht zu Maismehl vermahlen. Er wird in grossem Umfang in den Andengebieten Südamerikas angebaut, die einst Teil des Inkareiches waren.
  
Stoffwechselphysiologie der Pflanzen: Physiologie und Biochemie des Primär- und Sekundärstoffwechsels
von Gerhard Richter
Siehe auch:
Photosynthese grüner Pflanzen
Pflanzenbiochemie
Sonstige Artikel:
Routing & Switching (bhv Coach)
Flanders' Book of Faith: Simpsons Library of Wisdom
 
   
 
     
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